Holpriger Start und kleine Mängel

Rezension zu „Mein Herz wird dich finden“ von Jessi Kirby

Jessi Kirby erzählt die Geschichte von Mia, die ihre erste große Liebe Jacob durch einen tragischen Unfall verloren hat. Die Organe von Jacob werden gespendet und Mia hofft, dass sie dadurch das sie die Organempfänger kennenlernt, mit ihrer Vergangenheit abschließen kann. Der einzige, der sich auf ihre Versuche Kontakt aufzunehmen nicht meldet, ist der Empfänger des Herzens. Also macht sie sich auf die Suche und findet Noah. Sie verliebt sich in ihn und findet einfach nicht den richtigen Moment um ihm die Wahrheit zu sagen.

Der Anfang des Buches hat mir nicht so gut gefallen, weil die Handlung in ziemlich kleinen Sprüngen zwischen dem, was passiert und Mias Geschichte mit Jacob hin und her springt und man kaum Gelegenheit hat, sich in die jeweilige Erzählsituation hineinzulesen bzw. erst einmal in das Buch hineinzukommen. Es gibt auch ein paar Situationen, die keinen Sinn ergeben. Das mag an der Übersetzung oder am Lektorat liegen. Zum Beispiel die Stelle, als Mia im Café sitzt, Noah hereinkommt und von einem Freund als „Colt“ begrüßt wird. Mia denkt „Colt. Wie Noah Thomas.“ Wie kommt sie darauf?
Als nächstes kommt eine Szene im Krankenhaus, wohin Noah Mia bringt, nachdem sie auf der Flucht vor dem Kennenlernen mit ihm einen Autounfall hat. Die Schwester am Empfang ist sofort freundlich zu Mia, nachdem sie Noah erkannt hat und begrüßt ihn mit „Noah Herzchen“. Eine andere Schwester erzählt Mia wieviel Noah durchgemacht hat und dass sie gut auf sein Herz aufpassen soll. gibt es keine Schweigepflicht mehr? Diese ganze Sequenz ist mir auch etwas zu pathetisch.
Schließlich steht Noah mit seinem Bus bei Mia vor der Tür, „inklusive eingedelltem Stoßdämpfer“. Hier war wohl eher der Kotflügel gemeint, da man ja einen Stoßdämpfer schwerlich eindellen kann.

Hat man diese Unebenheiten erst einmal hinter sich gebracht, wird der Erzählstil flüssiger und es entwickelt sich eine mitreißende Geschichte über das Leben, die Liebe, Verlust und Trauer. Mit dem Thema Organspende geht die Autorin einfühlsam um und man wird gut unterhalten, auch wenn das Ende etwas zu plötzlich kommt und sehr vorhersehbar ist.

Das Cover ist gut gewählt und passt hervorragend zur Geschichte. Abzüge gibt es lediglich für die Aufteilung des Inhalts. Es gibt sehr viel leeren Platz zwischen den einzelnen Kapiteln, wodurch die Seitenzahl künstlich in die Höhe getrieben wird. Das hat das Buch eigentlich nicht nötig. Man hätte besser zu einer geringeren Seitenzahl stehen sollen.

Mein Fazit:
Ein durchaus sehr lesenswertes Buch, wenn man sich von dem etwas holprigen Anfang nicht irritieren läßt. Aufgrund dessen und wegen des vielen leeren Raums im Buch vergebe ich drei Sterne.

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